Das Jubiläumsjahr 1955

Das alte Problem, die unzureichende Turnhallenverteilung in Rosenheim, beschäftigte besonders im Jahre 1955 die Vorstandschaft mit 1. Vorsitzenden Schinhärl an der Spitze, nachdem eine 3D-köpfige Gymnastikgruppe aufgelöst werden musste. Männer und Frauen waren gezwungen, gemeinsam die Übungsabende zu besuchen, in der damaligen Zeit noch ein gewisses Novum. Als das Sport Jahr 1955 mit einer starken MTV-Beteiligung am Turn- und Sportfest in Fürstenfeldbruck sowie einem Meisterklassenturnier der Faustballer mit TV Linz, Passau und München allmählich zu Ende ging, waren die Vorbereitungsarbeiten für das 70. Stiftungsfest bereits voll im Gange. Den Höhepunkt bildete der Festabend am 12. November 1955 im großen Hofbräusaal. Nach der Festansprache des Ersten Vorsitzenden Philipp Schinhärl folgte eine bunte Palette festlichen Turnens. Den Auftakt bildeten MTV-Turner und Turnerinnen mit einer Selbstdarstellung, gefolgt von Blumenkindern, die eine Laufschule vorführten. Nach dem Schülerturnen und einer exakt ausgeführten Keulenübung der Turnerinnen bildete das Barrenturnen der Männerriege einen gewissen Höhepunkt. Der Festabend endete mit dem Stufenbarrenturnen und einem gymnastischen Tanz der Turnerinnen sowie dem Boden- und Reckturnen der Männerriege. Die Geleitworte des zwischenzeitlich verstorbenen Vorsitzenden Schinhärl klingen den verbliebenen MTV'lern heute noch in den Ohren: " Unser Ziel ist es, Turnen, Spiel und Sport auf breiter Basis zu pflegen, um allen Interessenten die für den Beruf erforderliche Bewegung und Ausdauer mit auf den Weg zu geben. Fairness im turnerischen Wettkampf wie im beruflichen Leben, das ist unser Bestreben!"

Der MTV gab aus diesem Anlass eine anschauliche Festschrift heraus, in der aus der Feder des damaligen Vereinsvorsitzenden Schinhärl eine ausführliche Dokumentation unter dem Titel "Zur Ehre des Männerturnvereins Rosenheim" veröffentlicht ist. Diese Dokumentation war eine wertvolle Hilfe bei der Erarbeitung der gegenwärtigen Chronik.

Die Turner, Turnerinnen und Vertreter des Vereins waren damals: Sepp Wolf, Sepp Fischer, Ernst Weinmar, Franz Engelmeier, Erwin, Günther und Walther Koppe, Franz Miller, Peter Springl, Erwin Herr, Sepp Simon, Konrad Wimmer, Max Wallner, Heinrich Linnerer, Sepp Oberhuber, Karl Zitzelsberger, Otto Wimbauer, Karl Höger, Konrad Fischer, Philipp Neudecker, Alois Dettendorfer, Robert Simon, Otto Prestel, Walter Distier, Alois Heinrich, Dieter Ostermeier, Helmut Fürstenberger, Franz Becker, Max Ganter, Erich Kiermeier, Erna Wallner, Christa und Helga Weinmar, Fannerl Fedoroff, Käthe und Fanny Ziermeier, Rita und Hannerl Sturm, Helga und Sigrid Oberhuber, Amanda Herr, Sigrid SChinhärl, Gerda Wachinger, Heidi Kratisch, Helga Enzinger, Helga Rothmoser u.v.a.

Nach dem gelungenen Jubiläumsjahr war die Vorstandschaft in der Folgezeit keinesfalls untätig. Der langersehnte Wasseranschluss des Vereinsheims an die Wasserleitung der Gemeinde Aising wurde verwirklicht. Daraufhin wurde eine Brause eingebaut und die Aschenbahn instand gesetzt. Für alle notwendigen Maßnahmen auf der Turneralm aber auch auf dem Sportplatz war Wirtschaftskassier Max Bär immer wieder die treibende Kraft.

Neben einem internationalen Schauturnen Schweiz - Österreich - Bayern im Hofbräusaal und einem Anturnen mit über 100 Turnern und Turnerinnen fand auch wieder ein Tanzkurs mit Erfolg statt, wobei der Eintritt noch erschwingliche 50 Pfennige betrug. Die Faustballer bestätigten ihre Erfolge in der Vergangenheit mit vorderen Plätzen bei Turnieren in Augsburg, Bozen und beim "Josef Simon-Gedächtnisturnier". Ein Turnwerbeabend im Hofbräusaal fand bei den Rosenheimern großen Anklang, bei der Presse erhielt er das Prädikat: "Das ist Deutsches Turnen."

Wenn auch die Frauengymnastik wegen der Turnhallennot im Jahre 1957 ausfallen musste, so war doch die Mädchenturnabteilung unter ihrem Trainer Franz Englmeier in einem stetigen Aufwärtstrend begriffen.

Christa Weinmar am Stufenbarren mit Trainer Franz Englmeier

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